Heute gaben Getty Images und Shutterstock bekannt, dass sie fusionieren. Aus zwei Grossen der Bildbranche wird ein Grösserer. Klotzen statt kleckern scheint hier die Devise zu sein.
Die Bildindustrie hat sich seit Ende der 1990er Jahren, seit Photodisc die erste rein digitale Stockfoto-Kollektion war und bald von Getty aufgekauft wurde, rasant gewandelt. Heute gab Getty bekannt, mit Shutterstock zu fusionieren. Man sieht hier zwei Geldmaschinen, die durch eine Fusionierung zu einer noch grösseren Geldmaschine mutieren. Obwohl es zwei grosse Marken der Bildindustrie sind, geht es schon lange nicht mehr um Fotografie.
Fotografie ist das Vehikel, um eine finanzielle Wertschöpfung zu generieren. Das gilt es vor Augen zu halten, wenn man die Firma bislang nur aus dem Blickwinkel der visuellen Produkte kennt. Getty hat massgeblich zu einer exzellenten Bildqualität und der Entwicklung starker Vertriebskanälen beigetragen. Das war jedoch keine Bildleidenschaft, sondern eher eine brillante Geschäftsstrategie, wozu die Bildleidenschaft genutzt wird. Beide sind verschieden und beide kann man wertschätzen.
Eine solche Fusionierung erfolgt aus strategischen Überlegungen. Die Firmen haben die Zeichen der Zeit erkannt, stärken jetzt die Dominanz im Bildgeschäft und rüsten sich für weiteres Wachstum in herausfordernden Zeiten. Insbesondere die Zunahme von Bildern, die mit künstlicher Intelligenz generiert werden, dürfte für die Bildindustrie zu vielen neuen Herausforderungen führen. Getty und Shutterstock haben beide viel Erfahrung und könnten, vermute ich, Synergien sowie Ressourcen besser gemeinsam nutzen.
Presseberichten vom 7. Januar 2025
Die Macht des Geldes
Wie ich gerade vorhin die Bedeutung von Geld erwähnte, hat dieser Schritt für kleinere Agenturen und Vertriebskanäle eine Auswirkung. Das liegt einerseits daran, dass die Marktdominanz von Getty wächst und andererseits ein zweiter Name wegfällt. Für kleinere Agenturen sieht die Situation meist anders aus. Viele kämpfen um Umsätze und man ist selten für die Umwälzung, die bevorsteht, gerüstet. Künstliche Intelligenz und Bildgenerierung auf Knopfdruck werden zunehmen. Die Anzahl der Bilder, die man auf Vorrat haben muss, wird abnehmen.
Sobald Kunden an der Bildgenerierung auf Knopfdruck gewohnt sind, stehen alle kleinen Agenturen unter Druck. Getty wird gut vorbereitet sein und alte wie neue Systeme vorantreiben, wodurch Kundenbedürfnisse (gegen entsprechendes Entgelt) abgedeckt werden. Für die kleineren Agenturen wird das nicht so einfach sein.


