Eine Ära endet
Die Schweizerische Arbeitsgemeinschaft für Bildagenturen und -Archive (SAB) wurde aufgehoben. Viele Jahre war ich Mitglied bei der SAB und in der Vereinsleitung aktiv, bis ich 2018 meine Bildagentur aufgab. Da war ich bereits knapp zwei Jahrzehnten Mitglied.
Auf der SAB-Website liest sich: «Die Entscheidung zur Auflösung wurde getroffen, weil sich die Situation der Bildagenturen durch die rasante technologische Entwicklung der Bildkommunikation so grundlegend verändert hat, dass die Mitgliederzahl stetig abnahm und deshalb ein Verband im kleinen Schweizer Markt offenbar überflüssig geworden ist.»
Das ist Oktober 2025. Die Bekanntmachung auf der Website erfolgte im Januar 2026.
Persönlicher Rückblick
Als ich der SAB beitrat, war ich die einzige Agentur in der Schweiz mit ausschliesslich digitalen Bildern. Ich wurde dadurch argwöhnisch betrachtet. Der damals neue Begriff «Royalty-free» war fast so etwas wie ein Schimpfwort. Es benötigte eine spezielle Abstimmung dazu, ob eine «Nur-digitale-Agentur» akzeptiert werden könnte. Natürlich ist das längst überwunden. Nach Royalty-Free kam Microstock, es erschienen Bildabonnemente und eine Übersättigung vom Bildmarkt mit Distributoren wurde von vielen Lieferanten aktiv gefördert. Das Umfeld wurde zunehmend problematischer.
Kontakte und Know-how waren für meine Zeit unerlässlich. Die erhielt ich unter anderem durch diese Arbeitsgemeinschaft. Dafür bin ich besonders dankbar. Also habe ich mich pragmatisch eingesetzt. In dieser Zeit habe ich etwa die Website mit Newsletter und Shop, die Überarbeitung der Gestaltungsgrundlagen sowie die Software, mit der die Preisliste erstellt wurde, beigetragen.
Auflösung und Zusammenschluss
Ebenso wie dieser Entschluss der Auflösung das Ende einer Ära darstellt, habe ich gute Dinge gelernt. Die meisten Bildagenturen sind Kleinunternehmen. Alle Kleinunternehmen gewinnen, wenn sie sich gemeinsam organisieren. Ist heute der Bedarf an nationalen Verbänden für eine zunehmend globale und digitale Welt immer weniger bedeutsam, dürfen weitere Länder über Zeit denselben Entschluss zur Auflösung finden. Es entstehen laufend neue Konzepte für neue Aufgaben, die Kleinunternehmer besetzen werden. Sie tun wahrscheinlich gut daran, sich ebenfalls gemeinschaftlich zu organisieren.
Wer etwas grösseres wünscht, kann einmal bei der cepic.org hereinschauen. Sie engagieren sich auf europäischer Ebene und haben eine weltweite Wirkung.



