In meiner Küche steht ein Kühlschrank, der mit künstlicher Intelligenz ausgerüstet ist. Diese hilft mir, Energie zu sparen. Mehr macht diese KI nicht. Eine einzige Funktionalität, gut implementiert, macht, dass ich mich im Alltag über diesen Kühlschrank gut fühle. Weitere KI-Implementationen erobern jedoch nicht nur den Haushalt, sondern auch Arbeitsprozesse. Reden wir etwas über automatisierte Bildretusche mithilfe von Künstlicher Intelligenz.
Zwischen absoluter Wahrheit und Wahrscheinlichkeit
Dieser Unterschied ist etwas philosophisch. Ich denke, dass das hilfreich ist. Wir stehen am Anfang einer Entwicklung. Aktuelle Systeme für künstliche Intelligenz entwickeln sich rasant. Neuronale Netzwerke sind lernfähig, weshalb sie trainiert werden können. Modelle werden für bestimmte Anwendungen entwickelt. Sie wurden für bestimmte Anwendungen optimiert, so wie die KI in meinem Kühlschrank nur eine einzige Aufgabe hat.
Lernfähig heisst auch, dass die Resultate nicht in Stein gemeisselt sind. Das ist gut so, denn wir haben es hier nicht mit absoluter Wahrheit, sondern eher mit erlernter Wahrscheinlichkeit und Optimierungsprozessen zu tun. Gerade eine Lernfähigkeit besagt, dass sich Dinge ändern können. Weil jedes Bild anders ist und die Interpretation und Bearbeitung sich ändern können. «Besser» bleibt der Feind von «Gut».
Verschiedene Ansätze
Grobweg gibt es von der Benutzerperspektive zwei verschiedene Arten von Software für eine Bildretusche mittels AI:
- Eine Software für alle Aufgaben
- Eine Software für jede einzelne Aufgabe.
Selbstredend scheint es einfacher, wenn es eine einzige Software gibt, welche alle Aufgaben möglichst mit einem Knopfdruck erledigt. «Einfacher ist besser», sagt die Benutzererfahrung. Wenn man mit einem Klick viele Aufgaben auf einmal lösen kann, ist das vermutlich schneller und deshalb besser. Weil man heute nicht weiss, welche Aufgaben man Morgen gegenübersteht, löst man mit einer Alleskönner-Software vielleicht alle heutigen und künftige Probleme auf einmal. In einem Vergleich: Man kauft eine Werkzeugkiste, keine einzelnen Werkzeuge.
Dagegen spricht natürlich, dass jede Aufgabe vielleicht etwas andere Parameter benötigt. Entwickelt man Software für einzelne Aufgaben, dürfte es auch leichter sein, nur einzelne Lösungen zu optimieren. In einem weiteren Vergleich: Man kauft genau die Tools, die man benötigt, und keine weiteren.
Es gibt selbstverständlich noch weitere unterschiedliche Kriterien: Einige arbeiten am liebsten mit allen Daten auf den eigenen Computersystemen. Viele Anbieter jedoch arbeiten mit Cloud-Lösungen. Die letzten sind oft nur im Abonnement oder allenfalls mit kostenpflichtigen Credits zugänglich. Was für solche Lösungen spricht: Online wird man immer die letzten Softwareoptionen haben. Die Softwarepflege ist einfacher. Auch spielt es keine Rolle, ob man einen starken oder schwachen Computer benutzt, denn die Bearbeitung wird sozusagen ausgelagert. Dagegen spricht allerdings, dass Bilder hochgeladen werden müssen. Das ist keine optimale Lösung, wenn man Sicherheit und Datenschutz eine hohe Priorität einräumt.
Sucht man heute also eine Softwarelösung, welche eine Bildretusche mittels künstlicher Intelligenz optimiert, hat man verschiedene Ansätze, zwischen denen man wählen muss.
- Cloudbasierte Lösungen
Etwa: evoto.ai. - Softwarebasierte Lösungen
Etwa: Photoshop. - Plug-in-basierte Lösungen
Etwa: Retouch4me.
Retouch4me
Bildretusche als Plug-in, cloudbasiert oder als eigenständige Lösung
Die Verarbeitung von Bildern mit künstlicher Intelligenz kann viele Aufgaben umfassen. Die Plug-ins von Retouch4me richten sich auf die Bildretusche, wie sie typischerweise bei Portraits, Beauty- und Fashion-Aufnahmen benötigt wird. Das ist ein hoch spezialisiertes Anwendungsgebiet. Innerhalb dieses Anwendungsgebiets gibt es viele Teilaufgaben. Für jede dieser Teilaufgaben gibt es eigene Plug-ins mit eigens trainierten AI-Modellen.
Retouch4me bietet für viele Aufgaben exzellente Resultate. Im Gegensatz zu so manchen Mitbewerbern ist die Retusche stets sehr dezent. Professionelle Resultate sind hier nicht nur prompt, sondern erscheinen stets natürlich.
Einige Beispiele:
Begonnen hat Retouch4me mit einzelnen Plug-ins. Der Grund dafür ist, dass spezialisierte Plug-ins nicht nur einfacher zu entwickeln sind, sondern auch besser an die Anforderungen angepasst werden können. Die Plug-ins funktionieren ganz ohne Internetverbindung direkt auf dem Rechner des Benutzers.
Mittlerweile gibt es jedoch zwei Lösungen, welche alle Plug-ins zusammenbringen: Es gibt ein Photoshop-Panel, worin die Plug-ins einzeln oder gemeinsam auf Bilder angewandt werden können. Die Bilder können direkt auf dem Rechner oder allenfalls auch in der Cloud verarbeitet werden. Ebenfalls gibt es Arams, eine Software, welche wahlweise mit erworbenen Plug-ins oder mit der eigenen Cloudlösung zusammenarbeitet. Arams lässt sich nicht nur dafür nutzen, mehrere Plug-ins auf ein Bild anzuwenden, sondern auch eine Batchverarbeitung über viele Bilder laufen zu lassen. Das ist ideal für Produktionsumgebungen wie Studios.
Natürliche Ergebnisse
An diesen Beispielen erkennt man leicht, dass nicht alle Probleme schlicht eliminiert werden. Vielmehr werden Ergebnisse verbessert, während einige Eigenschaften erhalten bleiben. Dadurch sind die Resultate nicht so extrem, wie sie manchmal von AI-Systemen überkorrigiert werden. Gerade deswegen sind nach meinem Verständnis die Resultate überzeugend.
Auch für Bildeinkäufer
Da ich diese Beispiele mit Stockfotos erstellt habe, soll auch ersichtlich werden, dass nicht nur Fotografen, sondern auch Bildeinkäufer, Agenturen und andere Bildverarbeiter von diesen Lösungen profitieren können.
Alle diese Beispiele wurden ohne weitere Anpassungen mit nur einem Klick via Arams / Cloud bearbeitet. Stellenweise liess sich das Resultat noch verbessern. Bewusst habe ich darauf verzichtet. Bearbeitet man die Bilder in Photoshop, werden für jeden Bearbeitungsschritt Ebenen angelegt. Diese lassen sich einzeln nachbearbeiten. Wird bei einer Verarbeitung via Arams das Endformat TIFF gewählt, werden die Resultate ebenfalls in Ebenen gespeichert.
Wie könnte die Zukunft bei der Softwareentwicklung aussehen?
Bei Retouch4me sieht man deutlich, dass man einerseits an den einzelnen Plug-ins festhält, diese jedoch auch durch eine gute Integration gesamthaft anwenden kann.
Die aussergewöhnliche Qualität wird andere Softwarelösungen dazu anhalten, mehr Aufmerksamkeit auf einzelne Bereiche zu legen. Die verschiedenen Ansätze (Einzelaufgaben lösen oder eine Alleskönner-Software) werden vermutlich zusammenwachsen.
Als Idealvorstellung treffen sich in der Zukunft die hervorragende Qualität separater Lösungen mit der einfachen Bedienbarkeit einer einzigen Software.
Face Make
Die Anpassung von Gesichtsform und Make-up
Neulich hat Retouch4me ein weiteres Plug-in lanciert, welches für die Gesichtskonturen und Make-up diverse dezente Korrekturen bietet. Die natürliche Ausstrahlung wird beibehalten, wie aus der nachfolgenden GIF-Animation ersichtlich ist:

Face Make korrigiert Dinge wie:
- Lippen, Nase und Augen anpassen
- Gesichtskonturen und Symmetrie
- Weibliche oder Männliche Gesichtsmerkmale hervorheben
- Make-up anwenden
Ich bin jedes Mal von Neuem begeistert darüber, wie einfach exzellente und natürliche Resultate in nur wenigen Sekunden zu erreichen sind. Das trifft insbesondere für mich selbst zu, der nicht täglich Bilder bearbeitet, aber mein Leben lang mit Fotos zu tun hatte.
Face Make ist jetzt eines der Plug-ins von Retouch4Me. Es reiht sich nahtlos in die anderen bestehenden Plug-ins ein und lässt sich zusammen mit den übrigen Teillösungen gemeinsam auf Bilder anwenden.


