Wie findet man Fotos oder Illustrationen für das nächste Projekt?

So kommt man zu Bildern

Hier einige bewährte Methoden, zu Bildern für das nächste kreative Projekt zu kommen:

  1. Selbst fotografieren oder zeichnen (beachte > rechtliche Einschränkungen)
  2. Einen Fotografen beauftragen
  3. Ein kostenloses Bild finden (lese auch > diesen Beitrag)
  4. Auf Stockfotografie zurückgreifen.

Was ist Stockfotografie?

Der Begriff Stockfotografie kommt von «Stock», Englisch für «Lager». Es sind Bilder, die bereits «auf Lager» liegen. Ein Fotograf erstellt vielleicht viele Fotos für einen Kunden. Im Zuge dieses Auftrags hat er vielleicht auch einige andere Fotos erstellen können, die dann in seinem Archiv landen. Dies war wohl die Ausgangslage. Irgendwann kam dann die Frage von anderen Kunden, ob der Fotograf nicht «diese oder jene» Sujets als Foto auf Lager hatte. Es wurde ein Bedarf signalisiert, worauf der Fotograf und später einmal Bildagenturen eingegangen sind.

Archivfotos können bei Bildkollektionen wieder auftauchen. Eine Bildkollektion ist nichts anderes als ein Archiv. Einige Fotografen produzieren Bilder für Kunden und parallel dazu auch für Bildarchive. Stockfotografie ist ein Begriff für Archivfotos. Es sind Fotos, die nicht im Auftrag, sondern auf Vorrat produziert werden. Wenn der Fotograf versteht, was Kunden immer wieder benötigen, kann er gezielt solche Fotos produzieren, die häufiger genutzt werden, und kann diese Bilder dann mehrfach lizenzieren.

Stockfotografie ist praktisch, denn so erhält man Zugriff auf Fotos, die man sonst in Auftrag hätte geben müssen. Ein Sommerbild im Winter zu produzieren, ist jedoch schwer. Könnte es ein Stockfoto vom letzten Sommer auch tun? So entsteht der Bedarf an Stockfotos.

Teuer, billig oder gratis?

Viele Bildanwender heute sind mit dem Wert guter Fotos nicht mehr vertraut. Es gibt herausragende gute Bildkollektionen, die selbstverständlich teurere Preise haben, und auch günstigere Alternativen für eine breitere Masse. Eine Auswahl an Fotos wird auch für kostenlose Downloads bereitgestellt, worauf sich einige Websites spezialisiert haben.

Als Bildanwender soll man sich bewusst sein, dass es grosse Unterschiede in der Qualität gibt. Wer nur auf kostenlose Bilder steht, weil sie eben «kostenlos» sind, der liefert dafür eine grössere Exklusivität ein. Wer etwa das visuelle Gesicht einer Firma gestalten will, tut das besser nicht mit kostenlosen Bildern oder aufgrund von Bildangeboten, sondern nutzt die Stärken exklusiver Bilder. Was dann extra kostet, wird sich in der Regel über Zeit als kluge Entscheidung entpuppen. Eine Identität lässt sich kaum mit kostenlosen Bildern oder Billigangeboten prägen.

Bilder für jeden Zweck

Es gibt viele verschiedene Bildarchive. Stockfotografie ist auf eine meist kommerzielle Verwendung der Bilder ausgelegt und bietet häufig allgemeine Themen an. Daneben gibt es spezialisierte Archive für Kunst und Kultur, historische Archive, medizinische Archive, Lokalarchive, botanische Archive und vieles mehr.

Wer an Stockfotografie denkt, also an Bilder für kommerzielle Zwecke, findet ebenso grosse Unterschiede. Es sind Unterschiede in der fotografischen Qualität, aber auch in der visuellen Kultur. Es gibt markante Unterschiede zwischen Bildern amerikanischer, asiatischer oder europäischer Anbieter. Europäische Bilder hoher Qualität findet man etwa bei Produzenten wie PhotoAlto, Westend61, oder anderen Anbietern. Fotografenverbände und Zusammenschlüsse anderer Anbieter sind auch so etwas wie Portale zu neuen Entdeckungen. In Deutschland gibt es etwa die BVPA, in der Schweiz die SAB, und die CEPIC ist ein grösserer Zusammenschluss.

Das beste Bild ist nicht immer nur das billigste Bild. Das beste Bild findet sich vielleicht bei einem spezialisierten Anbieter. Es lohnt sich, Anbieter für die eigenen Themen sorgfältig auszusuchen.

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Karsten Risseeuw

Niederländer, der lange in der Schweiz wohnte. Über 20 Jahren führte er eine eigene Bildagentur. Aktuell wohnt er in den Niederlanden. Beruflich liegt sein Fokus bei Softwareentwicklung und -vertrieb ( fmstarter.com) und bei Kunstfotografie (karstenrisseeuw.ch). Auf diesem Blog schreibt er gelegentlich über die Entwicklungen und Herausforderungen der Bildindustrie.

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